Bürgerinitiative Fuldatal

Keine Kurve Kassel

Wissenswertes


Zurück zur Übersicht

16.05.2021

Fortsetzung unseres Berichtes vom 29.04.2021

Das Fazit nach dem 9. Runden TischWir widersprechen der Bewertung der Variante 4B durch die DB Netz AG:-Es ist nicht erkennbar, dass mit dieser Kurve Kassel ein Beitrag dazu geleistet wird,mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Das zeigt schondie Zahl von nur 32 Güterzügen, die diese Verbindungsstrecke nach den Progno-sen ab dem Jahr 2030 nutzen sollen (wo sie vermutlich sowieso noch nicht fertigge-stellt wäre). Die Mehrzahl der zusätzlich erwarteten Güterzüge würde danach auchweiterhin durch den Bahnhof Obervellmar in Richtung Rangierbahnhof Kassel bzw.Bahnhof Wilhelmshöhe fahren.-Von der „Schaffung eines attraktiven Angebotes für den Güterverkehr“ (DB) kannkeine Rede sein, zumal Entwicklungspotenziale für zusätzliche Güterzugkapazitä-ten auf der Kurve Kassel aufgrund der hohen Auslastung der Strecke Warburg –Kassel ohnehin nicht vorhanden sind.-Die Kurve Kassel würde einen deutlich geringeren Beitrag zur Erreichung der Kli-maziele im Vergleich zu einer Nutzung der Alternativstrecke leisten.-Es ist zynisch, wenn die DB davon redet, dass es ihr darum gegangen sei, „welcheVariante am schonendsten für Mensch und Umwelt ist“, und dabei gleichzeitig dieAlternativstrecke ausblendet. Dort würden die Menschen mit einem Anspruch aufLärmvorsorge nur durch die 32 Güterzüge am Tag belastet. Dass die Variante 4 Bdie Menschen nicht schont, zeigt sich nicht nur bei den Anliegern des Gewerbege-biets Kämperbrücke, die zukünftig eine riesige Bahnbrücke direkt vor die Türen ih-rer Wohn- und Geschäftshäuser bekommen sollen. Im Übrigen führen die zu erwar-tenden Auswirkungen auf Kaltluftschneisen und Frischluftzufuhr dazu, dass die Va-riante 4 B beim Schutzgut „Luft und Klima“ im Rahmen der Umweltverträglichkeits-prüfung die schlechteste Bewertung aller geprüften Varianten aufweist. Soviel zumThema „schonendste Variante für Mensch und Umwelt“.-Die Einschränkungen bei der landwirtschaftlichen Nutzung und ihre Auswirkungenauf die Betriebe sind aus unserer Sicht unzureichend berücksichtigt. -Wenn die DB behauptet, die Variante 4 B „zerschneidet die Landschaft nur gering“,sprechen die Bilder vom geplanten Streckenverlauf eine andere Sprache. Wie diebestehenden Naherholungsmöglichkeiten für die Menschen mit Einschnitten in dieLandschaft und in das Rad- und Wanderwegenetz durch die Gleisanlagen mit tiefenTrogbauwerken vor dem Tunnel und im Streckenverlauf, Rettungsschächte, -plätzeund –wege zerstört werden, kann man sich leicht ausmalen. Dies wurde aber imBewertungsverfahren kaum berücksichtigt. Von den Belastungen der Menschen inder benachbarten Umgebung während der mindestens fünfjährigen Bauphase mitzwei mehrere Hektar großen Plätzen für die Baustelleneinrichtung vor den Tunnel-eingängen spricht die DB gar nicht. -Welche zusätzliche Lärmbelastung für die Menschen durch“, die prognostiziertenzusätzlichen Güterzüge auch auf den Bestandsstrecken – entstehen werden, wer-den erst die Schallgutachten zeigen, die noch gar nicht vorliegen. Dass hier Lärm-schutzeinrichtungen das Problem nicht einfach beseitigen, zeigt sich daran dasstrotz solcher Einrichtungen an den Bestandsstrecken im Zuge der DB Neubaustre-cke schon heute eine hohe Lärmbelastung durch den Schienenverkehr aufweist. -Schließlich sind auch große Zweifel an der Aussage der DB angebracht, eine KurveKassel biete „ausreichend Kapazitäten für die zukünftige Entwicklung des Nahver-kehrs“. Die DB hat bis heute noch kein schlüssiges „Fahrplanmodell“ für einen Zeit-raum von 24 Stunden vorlegen können, in dem sie nachweist, wie im Jahr 2030
eine Auslastung der Strecke Warburg - Kassel mit täglich 98 Güterzügen, 124 Nah-verkehrszügen (RegioTram) und zusätzlich 16 Fernzügen bewältigt werden soll.



Zurück zur Übersicht